Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“ ? Teil 1

Noch vor einigen Jahren galten Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“, weil sie dort überdurchschnittlich häufig diagnostiziert wurden. Vor etwa drei Jahren wurde dann auf dem Tierärzteforum der Equitana eine bahnbrechende Studie vorgestellt, in der klinisch gesunde Sportpferde per Gastroskopie untersucht wurden. Von den untersuchten (gesunden!) Pferden hatten zwischen 80-90% Magengeschwüre! Solche Reihenuntersuchungen sind mittlerweile bei verschiedenen anderen Pferden durchgeführt wurden und es ist nicht alleine ein Sportpferdeproblem. Auch bei Freizeitpferden sind Magengeschwüre weit verbreitet: etwa 50% der untersuchten Pferde zeigen hier Veränderungen. Das ist jedes zweite Pferd in unserer Haltung. Diese Daten sollten zu Denken geben.

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Man kann hier im Wesentlichen zwei Typen unterscheiden: Solche, die im vorderen Magenbereich auftreten und etwa 80% der gefundenen Magengeschwüre ausmachen. Die anderen 20% liegen im hinteren Magenanteil, kurz vor dem Ausgang zum Dünndarm. Sie sind vor allem auch deshalb zu unterscheiden, weil sie auf unterschiedliche Art und Weise entstehen. Magengeschwüre im vorderen Magenteil sind bedingt durch zu lange Raufutterpausen. Zu lang bedeutet im Fall des Pferdes: mehr als vier Stunden. Der Magen des Pferdes ist bei natürlicher Ernährung nie leer, denn Pferde sind Dauerfresser. Sie machen – wenn sie die Wahl haben – nie Fresspausen, die länger als zwei bis drei Stunden sind. Auch nachts nicht, denn Pferde schlafen häufig kurze Zeit am Stück und fressen dann wieder. Der Magen ist also auf dauernde Futterzufuhr ausgelegt. Kommt kein Futter mehr nach, so läuft er „leer“, d.h. der Futterbrei wird weitgehend vollständig an den Dünndarm weiter gegeben. Er ist allerdings nie ganz leer, denn die Säure bildenden Zellen im hinteren Magenteil produzieren weiterhin Salzsäure.

 

Weiter geht es in unserem zweiten Teil, den wir morgen posten werden.

Wenn Ihr Fragen zum Thema habt oder Ihr Beratung für Euer Pferd benötigt, dann bitte EMail an unser Sanoanimal Team unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

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