Archiv der Kategorie: Gesundheit der Pferde

Moxen – Die Sonne im Taschenformat

Auch Pferde sind begeisterte Sonnenanbeter und vermissen im nasskalten Winterhalbjahr die wärmende Sonneneinstrahlung. Zum Glück gibt es hier Abhilfe durch die „tragbare Sonne“ der chinesischen Medizin: Moxazigarren.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) verwendet als Verstärkung der Akupunktur auch die Moxibustion. Nun muss man zum Glück keine Nadeln ins Pferd stecken, um es zu „moxen“. In der Apotheke oder über das Internet bekommt man so genannte Moxarollen oder Moxazigarren. Der Name kommt daher, dass sie einer dicken Havanna gleichen, aber nicht geraucht werden, denn sie enthalten keinen Tabak.

Die Moxarollen sind mit Beifuss gefüllt. Zündet man ihn an, beginnt er zu glühen und erzeugt eine Wärme, die sehr tief eindringt. Pferde lieben „moxen“ in der nasskalten Jahreszeit. Zünden Sie die Moxarolle an und blasen Sie ein Weilchen drauf, bis eine gleichmäßig glühende Spitze entsteht.

Halten Sie die Rolle in der rechten Hand wie einen Stift mit dem glühenden Ende nach unten. Legen Sie jetzt die linke Hand flach mit der Handfläche auf das Pferd und die rechte Hand (mit der Moxarolle) auf die linke Hand (Linkshänder können das auch genau andersrum machen). Auf diese Weise können Sie Ihrem Pferd keine Brandlöcher machen, sollte es sich während des moxens bewegen.

Halten Sie die glühende Spitze etwa 3-5 cm vom Pferd entfernt und machen Sie kreisende Bewegungen mit der Spitze. In regelmäßigen Abständen mit der Hand über die behandelte Stelle streichen. Sie werden merken: anfangs ist die Stelle warm, kühlt aber schnell wieder ab. Wenn Sie dieselbe Stelle wiederholt behandeln, bleibt die Wärme irgendwann erhalten. Dann gehen Sie weiter zur nächsten Stelle und beginnen dort mit dem Kreisen. Sie können die behandelten Bereiche mit einer Abschwitzdecke zudecken, um die Wärme länger im Gewebe zu halten.

Auf diese Weise können Akupunkturpunkte, Meridane oder auch Muskeln behandelt werden. Die Wärme löst Verspannungen und führt zu einem besseren Energiefluss im behandelten Gebiet. Die Moxarolle ist für sensible Bereiche, wie das Gesicht oder zwischen den Hinterbeinen, nicht geeignet.

Probieren Sie es aus: moxen sie mal den ganzen Rücken Ihres Pferdes! Diese Stunde ist gut investiert, Ihr Pferd wird das nächste Mal beim Reiten viel lockerer laufen.

Achtung: bitte nicht im Stall oder auf Einstreu moxen. Herunterfallende Glutreste können auch noch Stunden später zu Stallbränden führen. Bitte die lokalen Feuerschutzvorschriften beachten und auf die Sicherheit von Mensch und Pferd Rücksicht nehmen.

Nach dem Moxen die Rolle einfach mit dem Glutende in ein Glas mit ungekochtem Reis stellen, der erstickt die Glut und so kann die Rolle im Sattelschrank aufbewahrt werden bis zur nächsten Moxastunde. 

Gerne unterstützen wir Sie hier mit einem für Ihr Pferd passenden Fütterungsplan und empfehlen auf Ihr Pferd abgestimmte, unterstützende Maßnahmen.

Bitte kontaktieren Sie uns unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Ölfütterung – was ist da dran?

Immer wieder sieht man die Pferdebesitzer im Winter die Kraftfutterrationen mit reichlich Öl „verfeinern“. Es soll mehr Energie geben und für ein schönes, glänzendes Fell sorgen. Aber was passiert mit dem Öl im Pferd?

Jede Form von Öl oder Fett muss im Dünndarm verdaut werden. Das heißt, dass ein Verdauungsenzym namens Lipase im Dünndarm diese Fette in ihre Bausteine, die Fettsäuren, spalten muss. Erst diese Fettsäuren können aufgenommen und vom Pferd tatsächlich biologisch wirksam verwertet werden.

Damit die Lipase arbeiten kann, muss das Fett aber zunächst emulgiert werden: es muss wasserlöslich gemacht werden. Denn Lipase ist ein wasserlösliches Verdauungsenzym und kann mit dem hereinkommenden „Fettauge auf der wässrigen Futtersuppe“ erst mal nichts anfangen.

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Diese Emulgation übernimmt die Gallenflüssigkeit, genauer gesagt die Gallensäuren. Sie haben ein fettlösliches Ende, das sie in das Fett stecken und ein wasserlösliches, das nach außen zeigt. Wird das Fettauge jetzt durch die Darmperistaltik durchgemischt und dabei in kleine Tröpfen zerlegt, so können die Emulgator-Moleküle sich in diese Tröpfen reinsetzen und diese sehen innerhalb kürzester Zeit aus wie kleine Igelbälle – innen der Öltropfen und außen die wasserlöslichen Arme der Emulgatoren. Diese emulgierten Tröpfchen können jetzt von der Lipase angegriffen und zerlegt werden in die Fettsäuren und werden damit überhaupt erst verwertbar.

Weil das so geht, haben alle Säugetiere, die natürlicherweise sehr fettreiche Nahrung zu sich nehmen (wie der Hund oder auch der Mensch) eine Gallenblase ausgebildet. Diese speichert die Gallenflüssigkeit, die ständig von der Leber produziert wird und geben sie erst dann in den Dünndarm ab, wenn fettreiche Nahrung vom Magen aus in den Dünndarm kommt.

Das Pferd hat aber von Natur aus keine Gallenblase, weil es nicht auf fettreiche Nahrung ausgelegt ist. Kommt jetzt also die gut gemeinte Ölportion an, steht längst nicht genügend Gallenflüssigkeit auf einmal zur Verfügung, um diese Fette zu emulgieren und zu verdauen. Und jetzt passieren beim Pferd mehrere unerfreuliche Dinge:

 

1. Das Öl überzieht den ganzen Nahrungsbrei mit einem feinen Fettfilm, der dazu führt, dass auch die anderen Verdauungsenzyme ihre Arbeit nicht mehr machen können: Stärke und Eiweiße können nicht ausreichend abgebaut und aufgenommen werden.

Statt dessen landet ein ordentlicher Teil der Kraftfutterration im Dickdarm, wo er die ganz falschen Mikroorganismen zum Wachsen bringt, z.B. Milchsäurebakterien, die dort nichts zu suchen haben. Dazu wirken unverdaute Fremdfette, wenn sie in den Dickdarm geraten, giftig auf die Darmflora. Diese kleinen Helfer, die üblicherweise das Heu verdauen, sterben also teilweise ab.

Die Futterration ist rein rechnerisch mit ganz viel Energie (Öl) angereichert worden. Im Pferd kommt davon aber viel weniger an, als wenn man kein Öl dazu gegeben hätte. Denn durch das Öl können jetzt weder die Stärke, noch die Eiweiße, noch die Cellulose ordentlich verdaut werden.

 

2. Das Pferd nimmt – und das ist eine Besonderheit gegenüber anderen Tierarten! – zu einem gewissen Teil unverdaute Fremdfette auf. Diese werden vorerst im Fettgewebe eingelagert, weil der Körper versucht, die Fremdfette erst mal so schnell wie möglich aus dem Blutstrom zu entfernen.

Diese Fremdfette sind für das Pferd biologisch nicht verwertbar, weil sie nicht effektiv gespalten werden können in die Fettsäuren, um dann daraus körpereigene, fettbasierte Moleküle aufzubauen. Also werden sie als unverwertbarer Abfall entsorgt und zwar vor allem über die Talgdrüsen in der Haut.

Das führt dazu, dass das Pferd stark glänzt – eben wie eine Speckschwarte! Weil die Fremdfette als Film die einzelnen Haare überziehen. Das hat nichts mit einem gesunden Fellzustand zu tun, sondern mit Abfallentsorgung über die Haut.

 

Man sieht also: die Anreicherung des Futters mit Öl ist nicht sinnvoll, sondern schadet dem Stoffwechsel mehr, als sie nützt. Daher sollte man hier mit besonderer Vorsicht herangehen.

wildsamenWertvolle Ölsäuren, die das Pferd durchaus im Winter gebrauchen kann, können zugefüttert werden in Form von ölhaltigen Samen: Sonnenblumenkerne, Hagebutten(kerne), Leinsamen, eine gelegentliche Walnuss oder auch die OKAPI Wildsamenmischung.

In Form von Samen kommen die Ölsäuren in einer leichter verdaulichen Form in den Darm und können so auch sinnvoll verwertete werden. Der Stoffwechsel baut daraus neue Zellmembranen, Steroidhormone und ähnlich wichtige körpereigene Moleküle.

Übrigens verwendet der Pferdestoffwechsel Fettsäuren (ebenso wie Eiweiße) nur im allerhöchsten Notfall als Energielieferant. Denn hierbei entsteht „schmutzige“ Energie, bei der jede Menge Ketonkörper als Abfall übrig bleiben, die mühsam entsorgt werden müssen.

Der Stoffwechsel des Pferdes ist ein Zucker-Verbraucher, wenn es um Energiegewinnung geht. Und dieser Zucker kommt üblicherweise als langsame Energie aus der Cellulose des Raufutters. Daher lieber mehr Heu als Öl!

Gerne unterstützen wir Sie hier mit einem für Ihr Pferd passenden Fütterungsplan und empfehlen auf Ihr Pferd abgestimmte, unterstützende Maßnahmen.

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Foto Pferd: www.JenaFoto24.de/pixelio.de

Diabetes bei Pferden – Was steckt dahinter?

Noch vor wenigen Jahren hieß es in der veterinärmedizinischen Literatur: „Diabetes ist beim Pferd unbekannt!“ – bis die ersten Pferde mit Diabetes auftauchten. Hier muss man allerdings deutlich unterscheiden zwischen der Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2.

Der Typ 1 (früher auch „juveniler Diabetes“ genannt) zeichnet sich aus durch eine Zerstörung der Insulin produzierenden Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse. Sind diese zerstört, wird kein oder nur zu wenig Insulin hergestellt. Die Folge davon ist, dass der Blutzucker nicht mehr ausreichend reguliert werden kann. Dieser Typ 1 Diabetes ist beim Hund oder bei der Katze bekannt, aber tatsächlich beim Pferd nicht zu finden.

Was aber in den letzten zehn Jahren gehäuft auftritt sind Pferde mit Diabetes Typ 2, der auch als Insulinresistenz bezeichnet wird. Lange Zeit wurde dieses Krankheitsbild sehr kontrovers diskutiert, bis es schließlich als Tatsache akzeptiert werden musste: Ja, Pferde können Diabetes haben, aber bisher sind nur Fälle von Typ 2 bekannt, also Insulinresistenz.

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Was heißt das?

Frisst das gesunde Pferd sein Futter, so steigt nach der Verdauung von Zucker, Stärke, Cellulose oder Pektin der Blutzuckerspiegel an. Der Unterschied zwischen diesen Nährstoffen liegt in der Geschwindigkeit, mit der der Spiegel ansteigt: bei Zucker und Stärke sehr schnell und steil, denn diese werden schon im Dünndarm aufgeschlossen.

Bei Cellulose und Pektinen dauert die Verdauung länger, denn sie findet mit Hilfe von Mikroorganismen im Dickdarm statt. Diese Zuckermoleküle kommen also eher langsam ins Blut. Steigt der Blutzuckerspiegel an, dann schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Dieses bindet an spezielle Rezeptoren der Leber- und Muskelzellen. Die Leberzellen nehmen daraufhin Zucker auf, wandeln es in die Speicherform Glycogen um und – wenn die Glycogenspeicher voll sind – auch in Fett, das dann im Fettgewebe eingelagert wird.

Die Muskelzellen nehmen ebenfalls Zucker aus dem Blut auf und wandeln ihn in Glycogen um. Im Gegensatz zur Leber stoppt hier aber die Aufnahme, sobald die Glycogenspeicher voll sind. Wird Zucker als Energielieferant verbraucht, z.B. durch körperliche Arbeit, so sinkt der Gehalt an Zucker und Glycogen im Muskel. Die Muskelzellen nehmen daraufhin noch weiter Zucker aus dem Blut, bis der Blutzuckerspiegel unter ein kritisches Niveau abgesunken ist.

Jetzt schüttet die Bauchspeicheldrüse Glucagon aus. Es bindet an Rezeptoren der Leber und diese wandelt Glycogen zurück um in Zucker und gibt diesen an den Blutstrom ab. So wird der Blutzuckerspiegel innerhalb enger Grenzen konstant gehalten.

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Beim artgerecht ernährten Pferd ist der Stoffwechsel im Wesentlichen auf die langsam verdaulichen Strukturkohlenhydrate wie Cellulose oder Hemicellulose ausgelegt, die entsprechend verzögert in das Blut eintreten. Zucker und Stärke spielen in der natürlichen Ernährung eine untergeordnete Rolle.

Das ändert sich jedoch drastisch mit der Ernährung durch den Menschen. Hier werden oft sehr große Mengen Kraftfutter gegeben, immer nach dem Motto „ich esse drei Mahlzeiten pro Tag, also braucht mein Pferd auch dreimal täglich die Krippe voll.“

Die meisten Mischfutter enthalten dabei auch noch thermisch aufgeschlossene Getreide, bei denen die komplexen Stärkemoleküle durch Hitzebehandlung schon zerstückelt sind, sodass die Zucker aus dieser Stärke noch schneller in das Blut gehen.

Auf solche schnellen und häufigen Blutzuckerschwankungen ist der Organismus Pferd jedoch nicht ausgelegt. Das Pferd benötigt normalerweise im Schnitt etwa sechs Stunden nach einer Zuckergabe (= Kraftfutter), um wieder auf seinen normalen Blutzuckerspiegel zurück zu kommen. Da ist schon längst die nächste Mahlzeit im Trog. Die Folge: Blutzucker und Insulinspiegel kommen gar nicht mehr in den Normalbereich zurück. Das führt langfristig dazu, dass die Rezeptoren der Muskel- und Leberzellen ihre Empfindlichkeit für Insulin zurück fahren –denn das ist ja ständig vorhanden. Eine Insulinresistenz ist die Folge.

Nun gibt es aber Pferde, die nie in ihrem Leben ein Müsli bekommen haben und trotzdem insulinresistent sind. Geht man in der Anamnese dieser Pferde zurück, so wurde in den meisten Fällen ein Selenmangel im Blutbild diagnostiziert. Daraufhin haben diese Pferde ein konzentriertes Selenpräparat erhalten, um den offensichtlichen Mangel auszugleichen.

Leider ist mittlerweile in Fachkreisen bekannt, dass die meisten Labore viel zu hohe Grenzwerte verwenden. Laut Studien sind untere Grenzwerte zwischen 28 und 40µg/l völlig normal, nicht 100µg/l, wie von den meisten Laboren verwendet.

Dazu kommt, dass ebenfalls bekannt ist, dass der Selen-Plasmawert, der im Blutbild bestimmt wird, keine Aussage über den Versorgungszustand im Pferd zulässt. Bei den meisten Blutwerten dient das Gewebe als Puffer, damit der Blutwert konstant gehalten werden kann. Sinkt z.B. der Calcium-Spiegel im Blut, wird Calcium aus dem Knochen entnommen, um den Blutwert zu normalisieren.

Das ist beim Selen genau umgekehrt: Benötigt das Gewebe Selen, wird es zuerst aus dem Blut entnommen. Füttert man jetzt Selen zu, werden erst alle Gewebe aufgefüllt (teilweise bis in den toxischen Bereich) und erst zum Schluss verändert sich der Plasmawert.

Daher ist es gefährlich, aufgrund eines – häufig sogar aufgrund falscher Grenzwerte fehldiagnostizierten – Selenmangels im Blutplasma ein Selenpräparat zuzufüttern. Denn wenn sich das Selen im Gewebe anreichert, greift es unter anderem in das Insulinsignal in der Zelle ein und stört die Verbindung zwischen Rezeptor und der Eintrittspforte für das Zuckermolekül in die Zelle. Auch hier entsteht das Symptombild einer Insulinresistenz.

Diese Diabetes Typ 2 aufgrund von Selen-Gabe über das physiologische Maß der natürlichen Ernährung hinaus ist beim Menschen zigfach untersucht und beschrieben worden. Hier wird mittlerweile deutlich vor der Einnahme von Selenpräparaten gewarnt. Leider hat sich das noch nicht bis in den Veterinärbereich herumgesprochen.

 

Die betroffenen Pferde müssen also wieder sensitiv werden für das Insulin, um ihren Stoffwechsel normalisieren zu können und weiter reichende Organschäden abzuwenden.

In der Therapie von Insulinresistenz haben sich verschiedene Mikronährstoffe bewährt, zum Beispiel bioverfügbares Chrom aus speziell dafür gezüchteten Chromhefen ebenso wie Grapefruitkernextrakt und bestimmte, organische Magnesium- und Kaliumverbindungen.

Aus der Naturheilkunde sind darüber hinaus einige pflanzliche Wirkstoffe bekannt, die bei Diabetes Typ 2 eine Besserung bringen, beispielsweise der in Südamerika sehr beliebte Mate.

pankrems_forteAus diesem Grund empfehlen wir für Pferde mit Insulinresistenz OKAPI PankrEMS forte, das speziell auf diese Nährstoffe setzt, um betroffene Pferde zu unterstützen, zurück in ihr Gleichgewicht zu kommen.

Zu bestellen bei www.OKAPI-online.de

Weitere Beratung zu Ihrem individuellen Pferd durch unser Team bei futterberatung@sanoanimal.de .

 

 

 

Foto Pferde: Carsten Przygoda und www.JenaFoto24.de/pixelio.de

Neues zum Thema KPU

Kryptopyrrolurie (KPU) ist eine mittlerweile leider sehr weit verbreitete Entgiftungsstörung bei Pferden. Die Ursache dafür liegt in einer gestörten Darmflora.

Diese hilfreichen Mikroorganismen verdauen nicht nur die Cellulose aus Heu und Weidegras, sondern stellen auch eine Menge für das Pferd wichtiger Nährstoffe her. Dazu gehören essentielle Aminosäuren und aktivierte Vitamine. Insbesondere aktiviertes Vitamin B6 in Form von Pyridoxal-5-Phosphat benötigt die Leber des Pferdes, um Abfallstoffe und Giftstoffe effektiv „entschärfen“ und ausscheidbar machen zu können. Kommt es zu Störungen der Darmflora, zum Beispiel durch Heulagefütterung, durch zu lange Futterpause oder kurze Strukturfutteranteile („Häcksel“), kann es zu Fehlgärungen und damit zu einer Verschiebung des sensiblen Darmmilieus kommen. Auch Stress scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen.

Ist die Darmflora erst mal aus dem Gleichgewicht geraten, steht dem Pferd nicht mehr genügend P5P zur Verfügung, um in der Leber die Entgiftung normal ablaufen zu lassen. Der Stoffwechsel nutzt jetzt Umwege, um wenigstens einen Teil der Gift- und Abfallstoffe zu entsorgen: er koppelt sie an Spurenelemente wie Selen oder Zink.

Das ist häufig auch das erste auffällige Zeichen im Blutbild: Selenmangel und ein Zinkwert, der im Bereich des unteren Grenzwerts liegt. Hier ist eine KPU-Therapie sinnvoll.

Nach Pixelio/Nutzungsbedingungen

Dabei geht es zuerst darum, den Darm wieder so zu stabilisieren, dass die natürlichen Darmsymbionten wieder hochwachsen und so die Fehlkeime verdrängen. Dies erreicht man durch optimierte Fütterungs- und Haltungsbedingungen. Bis die Darmflora aber wieder komplett normal arbeitet, kann es – je nachdem, wie lange die Störung schon bestand und wie stark die Entgleisung war – teilweise Jahre dauern. Insbesondere wenn schon Krankheitssymptome wie Sommerekzem, Hufrehe oder eine Cushing-Symptomatik entstanden sind, dauert es oft lange, bis man den Stoffwechsel wieder zurück in seine natürliches Gleichgewicht gebracht hat.

Während dieser Zeit ist unserer Erfahrung nach die Unterstützung mit den Mikronährstoffen sinnvoll, die aufgrund der KPU in den Mangel gehen. Dazu gehört vor allem aktiviertes Vitamin B6, das für die natürliche Entgiftungsfunktion benötigt wird. Aber auch aktiviertes Vitamin B12, das der Körper für die Hämoglobinsynthese ebenso benötigt wie für gesunde Nervenscheiden.

Nicht ohne Grund haben KPU Pferde häufig sehr schlechte Hämoglobin- und Erythrozytenwerte im Blutbild und erscheinen im Training leistungsschwach. Dazu muss der Speicher für das Spurenelement Zink wieder aufgefüllt werden, der durch die KPU angegriffen ist. Hier ist eine Gabe über die normale Versorgung mit Mineralfutter hinaus angebracht.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Pferde mit KPU aufgrund der meist chronisch entzündeten Darmschleimhaut auch unter einen Schwefelmangel leiden. Dieser äußert sich dann häufig in schlechtem Hufhorn, mangelnder Qualität oder langsamem Wachstum, in ausbrechenden Hufwänden oder auch in Haut- und Fellproblemen wie schlechtem Haarwechsel, schlechter Fellqualität, dünnem Langhaar oder ekzemigen Veränderungen der Haut.

heparkpu_forteFür diese Mikronährstoff-Versorgung empfehlen wir OKAPI HeparKPU forte, das aufgrund langjähriger Erfahrung mit KPU Therapie bei Pferden entwickelt wurde.

Es enthält neben den für KPU Pferde essentiellen Nährstoffen auch noch ausgewählte Pflanzenextrakte, welche weiterhin stabilisierend auf das Darmmilieu wirken und – im Gegensatz zu den meisten Kräutermischungen – auch langfristig gegeben werden können. 

Bestellen bei www.okapi-online.de

Weitere Beratung zu Ihrem individuellen Pferd durch unser Team bei futterberatung@sanoanimal.de .

 

Foto Pferde: Torsten Rempt / pixelio.de

Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“ ? Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Wie im ersten Teil des Posts beschrieben greifen diese Säuren die Magenschleimhaut an und führen bei häufiger Wiederholung zu Geschwüren.

Um Magengeschwüre in diesem Magenteil zu vermeiden oder effektiv zu behandeln, ist also eine Fütterung von Raufutter rund um die Uhr essentiell.

Kraftfutterreiche Fütterung, wie sie gerne einhergeht mit mangelnden Raufutterrationen, verstärkt weiterhin die Problematik. Dadurch siedeln sich Fehlkeime im Magen an, die durch ihre Aktivität so genannte flüchtige Fettsäuren, vor allem Buttersäure, Propionsäure und Essigsäure produzieren. Diese greifen ebenfalls die Magenschleimhaut an, wenn sie im Übermaß vorliegen.

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Die Magengeschwüre im hinteren Magenanteil haben den Wissenschaftlern lange Kopfzerbrechen bereitet, mittlerweile weiß man aber auch hier, wie sie entstehen: durch Stress. Denn Stress führt zu einer schlechten Durchblutung der Magenschleimhaut. Besteht der Stress über einen längeren Zeitraum, so wird die Fähigkeit zur Schutzschleimbildung der Magenschleimhaut herabgesetzt. Die Schleimschicht, die hier die Magenwand vor der aggressiven Magensäure schützt, wird dünner und reißt an einigen Stellen ab. Hier können jetzt die Säuren die Magenwand angreifen. Zusammen mit dem in diesem Bereich aktiven, Eiweiß-abbauenden Enzym Pepsin, werden regelrecht „Löcher“ in die Magenwand gefressen, die der Organismus durch entsprechende Wucherungen zu schließen versucht.

Problematisch ist die Tatsache, dass das Pferd – wenn es erst mal ein Magengeschwür hat – bedingt durch den ständigen Schmerz Stress hat. Damit entstehen weitere Störungen. Dieser Kreislauf muss unbedingt unterbrochen werden, um nachhaltig zu einer Besserung zu kommen.

 

Das Thema Magengeschwüre beim Pferd ist mittlerweile relativ gut untersucht und man kennt die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Besserung des Zustands. Das Wichtigste ist hier die Überprüfung der Haltungsbedingungen und die Reduktion von Stress auslösenden Faktoren. Diese sind bei jedem Pferd je nach Charakter sehr individuell unterschiedlich.

Darüber hinaus muss rund um die Uhr der Zugang zu qualitativ einwandfreiem Heu sicher gestellt werden: denn nur ein ständig gut gefüllter Pferdemagen kann sich auch regenerieren.

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Zusätzlich empfehlen wir OKAPI GasterCare. Es enthält Lecithin, das sich schützend über die Magenwand legt und Weihrauch, der nachweislich entzündungshemmend wirkt. Des Weiteren enthält es Kolostrum, welches sich in Untersuchungen an Magengeschwüren als überaus positiv in der Wirkung erwiesen hat, obwohl der Wirkungsmechanismus bis heute nicht bekannt ist. Weiterhin Trockenmoor, Oregano und Neemblätter, die stabilisierend auf das Magenmilieu wirken und das Wachstum von Mikroorganismen hemmen, um die Entwicklung von aggressiven, flüchtigen Fettsäuren durch Fehlgärungen zu minimieren, welche unter anderem durch das enthaltene Natriumbicarbonat abgebunden werden. Traubenkern- und Acerolapulver wirken als Radikalfänger, damit sich das geschädigte Gewebe schneller regenerieren kann.

Die Rückmeldungen von unseren Kunden mit von Magengeschwüren betroffenen Pferden sind durchweg positiv und wir sind froh, hier ein Produkt zu haben, das vom Freizeitpferd bis zum Sportpferd gegeben werden kann.

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Auch setzen wir in einzelnen Fällen OKAPI Süßholzextrakt zusätzlich ein, das gegen Schleimhautentzündungen wirkt.

In beiden Fällen sollten Sie aber bei Sportpferden die aktuellen Doping-Vorschriften beachten.

Wenn Ihr Fragen zum Thema habt oder Ihr Beratung für Euer Pferd benötigt, dann bitte EMail an unser Sanoanimal Team unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Foto Pferde: Jürgen Treiber  / pixelio.de

Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“ ? Teil 1

Noch vor einigen Jahren galten Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“, weil sie dort überdurchschnittlich häufig diagnostiziert wurden. Vor etwa drei Jahren wurde dann auf dem Tierärzteforum der Equitana eine bahnbrechende Studie vorgestellt, in der klinisch gesunde Sportpferde per Gastroskopie untersucht wurden. Von den untersuchten (gesunden!) Pferden hatten zwischen 80-90% Magengeschwüre! Solche Reihenuntersuchungen sind mittlerweile bei verschiedenen anderen Pferden durchgeführt wurden und es ist nicht alleine ein Sportpferdeproblem. Auch bei Freizeitpferden sind Magengeschwüre weit verbreitet: etwa 50% der untersuchten Pferde zeigen hier Veränderungen. Das ist jedes zweite Pferd in unserer Haltung. Diese Daten sollten zu Denken geben.

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Man kann hier im Wesentlichen zwei Typen unterscheiden: Solche, die im vorderen Magenbereich auftreten und etwa 80% der gefundenen Magengeschwüre ausmachen. Die anderen 20% liegen im hinteren Magenanteil, kurz vor dem Ausgang zum Dünndarm. Sie sind vor allem auch deshalb zu unterscheiden, weil sie auf unterschiedliche Art und Weise entstehen. Magengeschwüre im vorderen Magenteil sind bedingt durch zu lange Raufutterpausen. Zu lang bedeutet im Fall des Pferdes: mehr als vier Stunden. Der Magen des Pferdes ist bei natürlicher Ernährung nie leer, denn Pferde sind Dauerfresser. Sie machen – wenn sie die Wahl haben – nie Fresspausen, die länger als zwei bis drei Stunden sind. Auch nachts nicht, denn Pferde schlafen häufig kurze Zeit am Stück und fressen dann wieder. Der Magen ist also auf dauernde Futterzufuhr ausgelegt. Kommt kein Futter mehr nach, so läuft er „leer“, d.h. der Futterbrei wird weitgehend vollständig an den Dünndarm weiter gegeben. Er ist allerdings nie ganz leer, denn die Säure bildenden Zellen im hinteren Magenteil produzieren weiterhin Salzsäure.

 

Weiter geht es in unserem zweiten Teil, den wir morgen posten werden.

Wenn Ihr Fragen zum Thema habt oder Ihr Beratung für Euer Pferd benötigt, dann bitte EMail an unser Sanoanimal Team unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

Gesunde Leckerchen im Winter

Es sollte nicht gerade der Obstsalat mit Orange und Ananas sein! Pferde müssen zum Glück im Gegensatz zu uns kein Vitamin C zugefüttert bekommen, sie stellen es selber her aus Zucker. Aber auch die Pferde nehmen gerne das eine oder andere Leckerchen als Abwechslung auf dem Winterspeiseplan.

Bieten Sie mal Hagebutten an, Sonnenblumenkerne mit Schale („Vogelfutter“), eine Walnuss oder auch mal eine Handvoll Kräuter. Gerade Hagebutten oder Sonnenblumenkerne kann man auch sehr schön auf den Auslauf streuen – eine schöne Beschäftigungstherapie für die Pferde.

  

Getrocknete Hagebutten und gesunde Kräutermischungen bekommen Sie bei www.okapi-online.de. Sonnenblumenkerne gibt es jetzt wieder überall als Vogelfutter zu kaufen.

Achten Sie bei Walnüssen darauf, dass sie nicht geschwefelt sind – am besten noch schnell die letzten unter den Bäumen sammeln, abbürsten und auf der Heizung oder am Ofen trocknen. 

 

Fotos: (1) Grace Winter, (2) knipseline, (3) S.Hainz  / pixelio.de

Husten? Erkältungstee tut nicht nur dem Menschen gut!

Es ist wieder Erkältungszeit. In fast allen Ställen wird gehustet, was das Zeug hält. Wie kann man am besten für Abhilfe sorgen?

Erkältungsinfekte machen den Pferden genau so zu schaffen wie den Menschen. Daher: Training runterfahren, lieber gemütlich spazieren gehen oder auf den Paddock lassen.

 

Ruhige Bewegung ist gut und wichtig für die Atemwege, aber Anstrengung belastet beim kranken Pferd das Herz-Kreislaufsystem und kann zu dauerhaften Schädigungen führen.

Dazu Erkältungstee geben. Sollten Sie keinen Erkältungstee vom Eigengebrauch mehr in der Sattelkammer haben, nehmen Sie OKAPI Hustenkräuter, gießen Sie eine Handvoll davon mit einem Liter kochendem Wasser auf, und lassen Sie den Tee etwa eine Viertelstunde ziehen.

Wenn er lauwarm ist, lösen Sie noch einen großzügigen Löffel Honig darin auf und geben Sie das ganze über die Kraftfutterration oder bieten Sie es so an – die meisten Pferde lieben warmen Hustentee!

 

Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de