Archiv für den Monat: November 2014

Neues zum Thema KPU

Kryptopyrrolurie (KPU) ist eine mittlerweile leider sehr weit verbreitete Entgiftungsstörung bei Pferden. Die Ursache dafür liegt in einer gestörten Darmflora.

Diese hilfreichen Mikroorganismen verdauen nicht nur die Cellulose aus Heu und Weidegras, sondern stellen auch eine Menge für das Pferd wichtiger Nährstoffe her. Dazu gehören essentielle Aminosäuren und aktivierte Vitamine. Insbesondere aktiviertes Vitamin B6 in Form von Pyridoxal-5-Phosphat benötigt die Leber des Pferdes, um Abfallstoffe und Giftstoffe effektiv „entschärfen“ und ausscheidbar machen zu können. Kommt es zu Störungen der Darmflora, zum Beispiel durch Heulagefütterung, durch zu lange Futterpause oder kurze Strukturfutteranteile („Häcksel“), kann es zu Fehlgärungen und damit zu einer Verschiebung des sensiblen Darmmilieus kommen. Auch Stress scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen.

Ist die Darmflora erst mal aus dem Gleichgewicht geraten, steht dem Pferd nicht mehr genügend P5P zur Verfügung, um in der Leber die Entgiftung normal ablaufen zu lassen. Der Stoffwechsel nutzt jetzt Umwege, um wenigstens einen Teil der Gift- und Abfallstoffe zu entsorgen: er koppelt sie an Spurenelemente wie Selen oder Zink.

Das ist häufig auch das erste auffällige Zeichen im Blutbild: Selenmangel und ein Zinkwert, der im Bereich des unteren Grenzwerts liegt. Hier ist eine KPU-Therapie sinnvoll.

Nach Pixelio/Nutzungsbedingungen

Dabei geht es zuerst darum, den Darm wieder so zu stabilisieren, dass die natürlichen Darmsymbionten wieder hochwachsen und so die Fehlkeime verdrängen. Dies erreicht man durch optimierte Fütterungs- und Haltungsbedingungen. Bis die Darmflora aber wieder komplett normal arbeitet, kann es – je nachdem, wie lange die Störung schon bestand und wie stark die Entgleisung war – teilweise Jahre dauern. Insbesondere wenn schon Krankheitssymptome wie Sommerekzem, Hufrehe oder eine Cushing-Symptomatik entstanden sind, dauert es oft lange, bis man den Stoffwechsel wieder zurück in seine natürliches Gleichgewicht gebracht hat.

Während dieser Zeit ist unserer Erfahrung nach die Unterstützung mit den Mikronährstoffen sinnvoll, die aufgrund der KPU in den Mangel gehen. Dazu gehört vor allem aktiviertes Vitamin B6, das für die natürliche Entgiftungsfunktion benötigt wird. Aber auch aktiviertes Vitamin B12, das der Körper für die Hämoglobinsynthese ebenso benötigt wie für gesunde Nervenscheiden.

Nicht ohne Grund haben KPU Pferde häufig sehr schlechte Hämoglobin- und Erythrozytenwerte im Blutbild und erscheinen im Training leistungsschwach. Dazu muss der Speicher für das Spurenelement Zink wieder aufgefüllt werden, der durch die KPU angegriffen ist. Hier ist eine Gabe über die normale Versorgung mit Mineralfutter hinaus angebracht.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Pferde mit KPU aufgrund der meist chronisch entzündeten Darmschleimhaut auch unter einen Schwefelmangel leiden. Dieser äußert sich dann häufig in schlechtem Hufhorn, mangelnder Qualität oder langsamem Wachstum, in ausbrechenden Hufwänden oder auch in Haut- und Fellproblemen wie schlechtem Haarwechsel, schlechter Fellqualität, dünnem Langhaar oder ekzemigen Veränderungen der Haut.

heparkpu_forteFür diese Mikronährstoff-Versorgung empfehlen wir OKAPI HeparKPU forte, das aufgrund langjähriger Erfahrung mit KPU Therapie bei Pferden entwickelt wurde.

Es enthält neben den für KPU Pferde essentiellen Nährstoffen auch noch ausgewählte Pflanzenextrakte, welche weiterhin stabilisierend auf das Darmmilieu wirken und – im Gegensatz zu den meisten Kräutermischungen – auch langfristig gegeben werden können. 

Bestellen bei www.okapi-online.de

Weitere Beratung zu Ihrem individuellen Pferd durch unser Team bei futterberatung@sanoanimal.de .

 

Foto Pferde: Torsten Rempt / pixelio.de

Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“ ? Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Wie im ersten Teil des Posts beschrieben greifen diese Säuren die Magenschleimhaut an und führen bei häufiger Wiederholung zu Geschwüren.

Um Magengeschwüre in diesem Magenteil zu vermeiden oder effektiv zu behandeln, ist also eine Fütterung von Raufutter rund um die Uhr essentiell.

Kraftfutterreiche Fütterung, wie sie gerne einhergeht mit mangelnden Raufutterrationen, verstärkt weiterhin die Problematik. Dadurch siedeln sich Fehlkeime im Magen an, die durch ihre Aktivität so genannte flüchtige Fettsäuren, vor allem Buttersäure, Propionsäure und Essigsäure produzieren. Diese greifen ebenfalls die Magenschleimhaut an, wenn sie im Übermaß vorliegen.

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Die Magengeschwüre im hinteren Magenanteil haben den Wissenschaftlern lange Kopfzerbrechen bereitet, mittlerweile weiß man aber auch hier, wie sie entstehen: durch Stress. Denn Stress führt zu einer schlechten Durchblutung der Magenschleimhaut. Besteht der Stress über einen längeren Zeitraum, so wird die Fähigkeit zur Schutzschleimbildung der Magenschleimhaut herabgesetzt. Die Schleimschicht, die hier die Magenwand vor der aggressiven Magensäure schützt, wird dünner und reißt an einigen Stellen ab. Hier können jetzt die Säuren die Magenwand angreifen. Zusammen mit dem in diesem Bereich aktiven, Eiweiß-abbauenden Enzym Pepsin, werden regelrecht „Löcher“ in die Magenwand gefressen, die der Organismus durch entsprechende Wucherungen zu schließen versucht.

Problematisch ist die Tatsache, dass das Pferd – wenn es erst mal ein Magengeschwür hat – bedingt durch den ständigen Schmerz Stress hat. Damit entstehen weitere Störungen. Dieser Kreislauf muss unbedingt unterbrochen werden, um nachhaltig zu einer Besserung zu kommen.

 

Das Thema Magengeschwüre beim Pferd ist mittlerweile relativ gut untersucht und man kennt die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Besserung des Zustands. Das Wichtigste ist hier die Überprüfung der Haltungsbedingungen und die Reduktion von Stress auslösenden Faktoren. Diese sind bei jedem Pferd je nach Charakter sehr individuell unterschiedlich.

Darüber hinaus muss rund um die Uhr der Zugang zu qualitativ einwandfreiem Heu sicher gestellt werden: denn nur ein ständig gut gefüllter Pferdemagen kann sich auch regenerieren.

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Zusätzlich empfehlen wir OKAPI GasterCare. Es enthält Lecithin, das sich schützend über die Magenwand legt und Weihrauch, der nachweislich entzündungshemmend wirkt. Des Weiteren enthält es Kolostrum, welches sich in Untersuchungen an Magengeschwüren als überaus positiv in der Wirkung erwiesen hat, obwohl der Wirkungsmechanismus bis heute nicht bekannt ist. Weiterhin Trockenmoor, Oregano und Neemblätter, die stabilisierend auf das Magenmilieu wirken und das Wachstum von Mikroorganismen hemmen, um die Entwicklung von aggressiven, flüchtigen Fettsäuren durch Fehlgärungen zu minimieren, welche unter anderem durch das enthaltene Natriumbicarbonat abgebunden werden. Traubenkern- und Acerolapulver wirken als Radikalfänger, damit sich das geschädigte Gewebe schneller regenerieren kann.

Die Rückmeldungen von unseren Kunden mit von Magengeschwüren betroffenen Pferden sind durchweg positiv und wir sind froh, hier ein Produkt zu haben, das vom Freizeitpferd bis zum Sportpferd gegeben werden kann.

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Auch setzen wir in einzelnen Fällen OKAPI Süßholzextrakt zusätzlich ein, das gegen Schleimhautentzündungen wirkt.

In beiden Fällen sollten Sie aber bei Sportpferden die aktuellen Doping-Vorschriften beachten.

Wenn Ihr Fragen zum Thema habt oder Ihr Beratung für Euer Pferd benötigt, dann bitte EMail an unser Sanoanimal Team unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Foto Pferde: Jürgen Treiber  / pixelio.de

Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“ ? Teil 1

Noch vor einigen Jahren galten Magengeschwüre als „Rennpferdekrankheit“, weil sie dort überdurchschnittlich häufig diagnostiziert wurden. Vor etwa drei Jahren wurde dann auf dem Tierärzteforum der Equitana eine bahnbrechende Studie vorgestellt, in der klinisch gesunde Sportpferde per Gastroskopie untersucht wurden. Von den untersuchten (gesunden!) Pferden hatten zwischen 80-90% Magengeschwüre! Solche Reihenuntersuchungen sind mittlerweile bei verschiedenen anderen Pferden durchgeführt wurden und es ist nicht alleine ein Sportpferdeproblem. Auch bei Freizeitpferden sind Magengeschwüre weit verbreitet: etwa 50% der untersuchten Pferde zeigen hier Veränderungen. Das ist jedes zweite Pferd in unserer Haltung. Diese Daten sollten zu Denken geben.

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Man kann hier im Wesentlichen zwei Typen unterscheiden: Solche, die im vorderen Magenbereich auftreten und etwa 80% der gefundenen Magengeschwüre ausmachen. Die anderen 20% liegen im hinteren Magenanteil, kurz vor dem Ausgang zum Dünndarm. Sie sind vor allem auch deshalb zu unterscheiden, weil sie auf unterschiedliche Art und Weise entstehen. Magengeschwüre im vorderen Magenteil sind bedingt durch zu lange Raufutterpausen. Zu lang bedeutet im Fall des Pferdes: mehr als vier Stunden. Der Magen des Pferdes ist bei natürlicher Ernährung nie leer, denn Pferde sind Dauerfresser. Sie machen – wenn sie die Wahl haben – nie Fresspausen, die länger als zwei bis drei Stunden sind. Auch nachts nicht, denn Pferde schlafen häufig kurze Zeit am Stück und fressen dann wieder. Der Magen ist also auf dauernde Futterzufuhr ausgelegt. Kommt kein Futter mehr nach, so läuft er „leer“, d.h. der Futterbrei wird weitgehend vollständig an den Dünndarm weiter gegeben. Er ist allerdings nie ganz leer, denn die Säure bildenden Zellen im hinteren Magenteil produzieren weiterhin Salzsäure.

 

Weiter geht es in unserem zweiten Teil, den wir morgen posten werden.

Wenn Ihr Fragen zum Thema habt oder Ihr Beratung für Euer Pferd benötigt, dann bitte EMail an unser Sanoanimal Team unter futterberatung@sanoanimal.de

 

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

Gesunde Leckerchen im Winter

Es sollte nicht gerade der Obstsalat mit Orange und Ananas sein! Pferde müssen zum Glück im Gegensatz zu uns kein Vitamin C zugefüttert bekommen, sie stellen es selber her aus Zucker. Aber auch die Pferde nehmen gerne das eine oder andere Leckerchen als Abwechslung auf dem Winterspeiseplan.

Bieten Sie mal Hagebutten an, Sonnenblumenkerne mit Schale („Vogelfutter“), eine Walnuss oder auch mal eine Handvoll Kräuter. Gerade Hagebutten oder Sonnenblumenkerne kann man auch sehr schön auf den Auslauf streuen – eine schöne Beschäftigungstherapie für die Pferde.

  

Getrocknete Hagebutten und gesunde Kräutermischungen bekommen Sie bei www.okapi-online.de. Sonnenblumenkerne gibt es jetzt wieder überall als Vogelfutter zu kaufen.

Achten Sie bei Walnüssen darauf, dass sie nicht geschwefelt sind – am besten noch schnell die letzten unter den Bäumen sammeln, abbürsten und auf der Heizung oder am Ofen trocknen. 

 

Fotos: (1) Grace Winter, (2) knipseline, (3) S.Hainz  / pixelio.de

Husten? Erkältungstee tut nicht nur dem Menschen gut!

Es ist wieder Erkältungszeit. In fast allen Ställen wird gehustet, was das Zeug hält. Wie kann man am besten für Abhilfe sorgen?

Erkältungsinfekte machen den Pferden genau so zu schaffen wie den Menschen. Daher: Training runterfahren, lieber gemütlich spazieren gehen oder auf den Paddock lassen.

 

Ruhige Bewegung ist gut und wichtig für die Atemwege, aber Anstrengung belastet beim kranken Pferd das Herz-Kreislaufsystem und kann zu dauerhaften Schädigungen führen.

Dazu Erkältungstee geben. Sollten Sie keinen Erkältungstee vom Eigengebrauch mehr in der Sattelkammer haben, nehmen Sie OKAPI Hustenkräuter, gießen Sie eine Handvoll davon mit einem Liter kochendem Wasser auf, und lassen Sie den Tee etwa eine Viertelstunde ziehen.

Wenn er lauwarm ist, lösen Sie noch einen großzügigen Löffel Honig darin auf und geben Sie das ganze über die Kraftfutterration oder bieten Sie es so an – die meisten Pferde lieben warmen Hustentee!

 

Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de